So kauft man Kryptokunst ohne Troubles

Origami dreams entfaltet den die volle Wirkung als interaktives NFT . Programmiert von K0ch, #108, © KryPdaVinCi

Dieser Tage ist viel von den Millionen-Deals im NFT-Bereich die Rede. Und da fragen Boomers & Co: wie geht das konkret?

Wie ist das mit dem Bieten und Bezahlen? Ein junger, asiatischer Mitbieter, Justin Sun, hat sich nach der Christie´s-Auktion von Beeples Collage darüber beschwert, dass er gerne mehr geboten hätte, „but the Computer said no“. Es war nicht irgendwer, sondern der Gründer von TRON (TRX) blockchain and file sharing network BitTorrent.

Die Antwort von Christie´s ist lesenswert: jede neue Anfrage hätte den Abschluss um eine eine Minute verzögert. Das sei so üblich. Klar, für 700k USD eine Minute warten lohnt nun wirklich nicht.

Laut Christie´s eigener Presseaussenung waren 22 Mio. Menschen online dabei. In der normalen Krypto-Welt ist das nicht so. Wenn es nicht so heiß her geht und man etwas Nettes kaufen will. Es lohnt sich aber auch Ausschau nach NFTs zu halten, die verschenkt werden.

Oder NFT, die zwar kuratiert sind, z. B. von Artblocks, aber nicht so richtig durchstarten. Manchmal schwankt der Preis aufgrund der Gas Fee empfindlich, man kann aber abrechen, wenn die Gas Fee zu hoch erscheint.

Die Gas Fee ist allgemein das große Fragezeichen. Liest sich der Preis relativ normal – also zB. 0,1 Ether kann der Preis mit einer monströsen Gas Fee das Vielfache steigen, d. h. statt eines Schnäppchens kauft man dann ein Werk für umgerechnet einige Tausend Dollar. Nicht nur die Gas Fee spielt verrückt, auch der Ether-Kurs. Und genau dieses Werk kann eine Monate später schon wieder fast for free sein.

Auf Artblocks stellen Künstler eine Serie online, die – solange sie „open“ ist, aufgekauft werden kann, teilweise für extrem wenig Geld. Solche Seiten bieten frisch gemintete Werke zum Verkauf an. Heißt, man weiß nicht genau was man bekommt. Es gibt ein Bild #0, welches das Konzept zeigt, wie das Bild/Video arrangiert ist, meist ein Hinweis zur Programmierung, und dann verändert Künstler:in einige Parameter im Code, z. B. „color“. Und wenn die Künstler Parameter auf Zufall stellen, weiß niemand so genau, was rauskommt. Wer den Zuschlag bekommt ist, ist Zufall. Abhängig davon, wer gerade online ist und für dasselbe Werk bietet.

Häufig wird als Programmiersprache Java Script genutzt und die Kreativen verändern bei zum Beispiel 1000 Mints das Ergebnis. Gefällt dem Künstler das Ergebnis gibt er es frei, manchmal im 10-Minuten-Takt. Klickt User:in „Purchase“, kriegt man nach einer unbestimmten Weile, einigen Minuten,  ein Mint – eine „Prägung“. Fällt das Mint für den eigenen Geschmack NICHT wie erwünscht aus, gibt es dafür den Sekundärmarkt. Dort sind die Preise bereits empfindlich teurer, dafür weiß Käufer:in was er/sie bekommt. Ob die angegeben Preis jemals erzielt wird, ist auch fraglich. Aber Geld scheint manchmal nicht die große Rolle zu spielen.

Das Problem mit dem Bezahlen

Selbst wer ein Ditgital Native ist, sieht sich einer verwirrenden Unzahl von Wallets gegenüber. In Österreich ist jedenfalls die bekannteste „Bitpanda“, kürzlich mit einem Start-up-Preis ausgezeichnet. Sie gilt als teuer. Pech auch, die meisten generativen NFTs, also jene, die tatsächlich in der Chain programmiert wurden in den USA oder irgendwo auf der Welt entstehen und dort ist Bitpanda unbekannt.

Die Wallets aus den USA haben es in sich. Die Seriösen verlangen nicht viel mehr als eine Telefonnummer – ev.  Fotos von der Führerschein-Karte (Vorder- und Rückseite). Die etwas Frecheren wollen eine frische Kreditkartenabrechnung, einen aktuellen Kontoauszug mit Adresse. Wer sich auf so etwas einlässt, sollte ernsthaft über eine Besachwaltung nachdenken.

Die Sache mit der Telefonnummer ist ärgerlich genug – es gibt eben einen Markt für Daten und es ist so eine Unsitte mit den Wallets. Einerseits ist klar, dass die wissen wollen, wer am anderen Ende der Leitung sitzt, und ein Telefon braucht man auch, aber… wird man  eines Tages von einem Anlageberater mit einem Direktanruf überrascht. Bei etablierten Wallet-Anbietern wie Coinbase und Metamask ist man eher der sicheren Seite, völlige Sicherheit kann niemand garantieren. Immer wieder gelingt es Hackern in Systeme einzudringen. Eine Strategie dagegen kann es sein, Limits zu begrenzen und Ether in kleineren Tranchen zu kaufen. Das ist auch für Anfänger eine gute Möglichkeit sich mit der Materie vertraut zu machen.

Man sollte wirklich nur kaufen, was einem gefällt und nicht das Investment sehen. Es sollte Freude machen – so wie man sich eben auch mal einen neuen Pullover gönnt, sichere Wertanlagen sehen anders aus.

(j.)