Der, Der für eine Million einen Pixel kaufte!

Die Versteigerung von NFTs von Pak war sicherlich die Sensationen dieses NFT-Frühlings. Aber die eigentliche Story ist für mich der Pixel.

Natürlich konnte ich es nicht lassen, mir anzusehen, wer 1,355.555.00 USD für einen einzigen Pixel ausgibt. Die Farbe könnte man als taupe einstufen, RGB- jeweils 128.

Hier zu sehen!

Und wer ist der Käufer? Ein User mit Nick @etyoung auf Nifties, der unter Eric Young auf twitter stolz seine neuesten Erwerbungen seinen > 6000 Followern präsentiert, darunter einige neue, originelle Werke wie Temple Hermit von Metageist.

Erics Sammlung auf Nifties ist eigentlich recht überschaubar, mit dem üblichen Sachen, wie einem Bitcoin-Angel, Crystal-Teddies – viele Werke um die ein, zweitausend Dollar, ein paar Ausreißer nach oben und unten. Auch ein NFT von um 1 Dollar von billelis, die eigentlich schon recht teuer sind. Hier scheint jemand zu wissen was er will, ich vermeine eine klare Linie zu erkennen. Der Pixel – der übrigens nur einmal gemintet wurde, ist der einzige Millionen-Kauf in der Sammlung. Die Kollektion ist allemal sehenswert. Das war natürlich lange nicht alles. U. a. findet sich Eric unter dem User evault auf der rauhen See und da geht es dann richtig zu Sache, auch mit Verkäufen. Hier heißt es scrollen…

Und wer waren die anderen zwei Kontrahenten in dem 90 minütigen Bietergefecht? Ein @33, der gerne seine Sammlung auf Insta präsentiert und sagt, er habe mehrere 1000 sehr rare NFT. In der Tat sticht mir gleich ein CryptoPunk ins Auge.

Und ein dritter Bieter macht aus seinem Leben, Namen und Life-Style kein großes Geheimnis auf Instagram. Interessant auch, dass sich in der Schlussphase nur mehr diese 3 Personen auf den Pixel festgebissen haben.

Eine Sache ist klar, will man sich in der NFT-Welt als Sammler etablieren, zählt das Besondere. Einen einzigen beige-grauen Pixel in die Chain zu einzubauen – hier zählt wohl die Idee, die bleibt. Sich so etwas leisten zu können, lässt ein gehöriges Maß an Taxophilie erkennen. Gut möglich, dass der Wert bleibt – auch wenn die Preise allgemein nachlassen sollten. Es geht hier einfach um eine Rarität, die optisch reizarm, relativ angenehm, und von der Idee her eben witzig ist.

Klar ist, auch wenn viele User in den Zeitungsforen herummosern – dass die Menschheit gerade endgültig verblödet – die NFTs sind diesen Frühling dennoch gekommen um zu bleiben.

Preiskorrekturen gab es schon und wird es noch weiter geben. Die Dynamik wird sich dem am physischen Kunstobjekt-Markt angleichen. Es wird populäre Meisterwerke geben, um die sich alle reißen, und eher mittelmäßige oder wenig gefragte Besonderheiten für kleinere Geldbörsen und Feingeister.

Bei den potenziellen Millionenanlegern, wie den eben vorgestellten ist es eine Prestige-Sache und Freude am Besonderen und auch ein Geschäft. Wegdisktuieren lässt sich das alles nicht mehr, auch nicht die Ästhetik. Von einer neuen Generation von Sammlern kann man nicht erwarten, dass sie das kaufen, was sie ohnehin ihre gesamte Kindheit gesehen haben. Jede Zeit hat ihre Kunst. Davon abgesehen schließt das Eine das Andere nicht aus, sondern fügt sich neu dazu.

(j.)