Mehr von Beeple + erste Ergebnisse von Metaverse

Wer meinte, der Hype um Beeple sei mit dem 69,3 Mio. USD-Deal für seine Collage vorläufig beendet, hat die Hartnäckigkeit des Schöpfers der First 5000 Days falsch eingeschätzt. Mit Human ONE besetzt er nicht nur die Schlagzeilen der Kunstmagazine sondern auch die des Wall Street Journal. Bei Christie´s gibt man sich bezüglich des Preises der Hybrid-Skulptur bedeckt, aber auf Anfrage rechnet die Verkaufsabteilung mit 15-20 Mio. USD. Dafür bekommt man eine sieben inch hohe Figur im Austronauten-Gewand plus eingespielter NFT-Umgebung, die der Künstler via Blockchain steuern kann. Wem der silberne Mann bekannt vorkommt, solche Figuren sind häufig in den NFT-Sammlungen zu finden.

Chromie Squiggle für 69.300 USD

Vergleichsweise günstig kam ein animiertes NFT von Snowfro auf Metaverse unter den Hammer. Aber nur oberflächlich betrachtet. Von dem generativen Squiggle gibt es derzeit 9217 Mints, die Gesamtausgabe ist mit 10.000 begrenzt. Würden jetzt alle Besitzer in etwa soviele USD – bzw. ETH realisieren, kämen an die 700 Mio. USD zusammen. Was zwar Snowfro jetzt nicht direkt nützt, aber er schneidet bei jedem weiterem Deal mit. Ob sich der Markt wirklich so entwickeln wird, weiß derzeit niemand, auf der NFT-Plattform opensea sieht es so aus, als dass einige NFT-Begeisterte mit diesen Gewinnmöglichkeiten rechnen. Die Preise für einzelne Mints wurden sofort angepasst und bei der steilen Ether-Kurve in den vergangen Wochen entsteht eine Dynamik, die Etherum-basierte Kunst teurer werden lässt.

Dass es bei den NFTs immer um Preise geht, liegt auch in der Natur der Sache. Aus einfachen Dollar-Tauschgeschäften mit Sammelkarten oder Cryptopunks ist ein salonfähiges Geschäftsmodell geworden. Die Deals sind nicht kompliziert – man braucht theoretisch nur ein Handy und den entsprechenden Kontostand. Die Frage ist ähnlich wie an der Börse, wieviel frisches Geld – FIAT und Kryptos – werden Kunstbegeisterte und Anleger in den Markt pumpen?

Ansonsten hatten bei der ersten Metaverse-Auktion alle Lots erwartbare Gewinne eingespielt, einige NFT mit besonders prominenter Provienienz waren darunter, zum Beispiel aus der Sammlung von Reality-TV-Star Paris Hilton.

Neupositionierung der Auktionshäuser

Klar ist auch, dass der neue Deal über Sotheby´s die Artblocks.io bekannter gemacht hat und auf Artblocks Sammler:innen neu unterwegs sind, die jetzt alles kaufen, was mit Farben und Bewegung zu tun hat, typischerweise Leute mit vergleichsweise kleinen Sammlungen. Die neuen Mints von „last even“ Amoebia sind wie ein Event gelauncht worden, mit fixer Uhrzeit wie bei einer Online-Versteigerung. Dieser Trend ist nicht ganz neu. Viele Käufer damit, dass sich die Preise ähnlich entwickeln wie beim Squiggle und der eine oder andere Mint wird gleich mit Aufschlag auf opensea.io weiterverkauft.

Sotheby´s war auch etwas schneller mit der Umsetzung einer eigenen Verkaufsplattform nur für NFT. Ein genialer Schachzug, weil sich das Traditionshaus damit auf eine Ebene mit den anderen elektronischen Plattformen stellt. Christie´s ist da noch mehr in physischen Welt angesiedelt auf verkauft Beeples „Human ONE“ auch mit dem Titel: „Beeple gets real“. Als ob NFT nicht real wären. Aber mit „real“ und „real“ tut sich die Kunstwelt noch schwer – sonst bräuchte es auch nicht die Skulptur mit Display-Kabine. Es ist also praktisch für jeden etwas dabei, für die einen, die noch mehr in der physischen Welt verhaftet sind und die anderen, die nur noch digitale Bilderwelten sammeln und tauschen.

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