Das ultimative Schöne

Josef Hoffmann, Inbegriff des des österreischen Designs um die Jahrhundertwende. Doch das war nicht immer so klar gewesen. Er kämpfte mit finanziellen Problemen und die Geschichte, wie Hoffmann an die Aufträge kam und die Wiener Werkstätte inspirierte ist abenteuerlich. Das MAK widmet ihm eine Retrospektive.

Josef Hoffmann, Teeservice für die Wiener Werkstätte, Metall, 1903
© MAK/Katrin Wißkirchen
Josef Hoffmann, Ruhebett aus dem Boudoir d’une grande vedette [Boudoir für einen großen Star], © Nathan Murrell/MAK
Josef Hoffmann, Aufsatz mit zwei Henkeln für die Wiener Werkstätte, Messing, 1924
© MAK/Georg Mayer

Schönheit hat seinen Preis, das galt und gilt insbesondere für Objekte oder Architektur von Josef Hoffmann. Kompromisslos in der Auswahl der Materialen, Avantgarde in der Bezahlung der Mitarbeiter – er bezahlte schon damals Frauen und Männer gleich – mit den besten Designern seiner Zeit vernetzt, aber auch bildenen Künstlern wie Klimt. Da seine Produktionsweise in kleinen Auflagen, tw. Einzelstücken entsprechend kostspielig war, und das schon für damalige Verhältnisse – selbst reiche Auftraggeber konnten an ihm verzweifeln – bleiben die Objekte preisstabil, bzw. steigen immer noch im Preis. Falls überhaupt noch etwas auf den Markt kommt, und das passiert immer wieder. Ein verbeulter Papierkorb oder ein angelaufener Pokal. Bzw. das ominöse „Hoffmann zugeschrieben“

Noch in den 1980ern war Josef Hoffmann sehr wohl unter Sammlern und Jugendstil-Fans gesucht, ebenso wie Koloman Moser, aber durchaus noch zu adäquaten Preisen zu finden. Mehr oder weniger echt. Denn das eine oder andere Gitterkörbchen aus der Nerven-Erholungsanstalt Purkersdorf war leicht zu fälschen, insbesondere, wenn der Glaseinsatz fehlte.

In den 90ern waren die Preise im Keller, nur wenige wollten das schwarz angelaufene Silber, schon gar nicht das schwierige Kupfer. Abgesehen von echten Freaks. Eventuell eine sensationelle Brosche, aber auch die bitte nicht zu teuer. Vor wenigen Monaten war in einem deutschen Auktionshaus ein gehämmerter Silberaufsatz für einen Rufpreis von unglaublichen 300 Euro ausgeschrieben. Das Auktionshaus meinte das so, das war kein Verkaufstrick. In Deutschland ist Hoffmann oder Wiener Werkstätte ein Name, wie in Österreich „Theresienthal“. Klarerweise ging das in den fünfstelligen Bereich. Das internationale Online-Publikum sorgte ab den 2000-er Jahren dafür, dass egal ob Silber-Gitterkörbchen, Brosche, Vase, fast alles um ca. 20k Euro gehandelt wird. Glas etwas darunter. Größere Möbel, falls überhaupt am Markt praktisch unbezahlbar.

Sieht man aus heutiger Sicht Teekannen, Löffel, Broschen etc. aber auch die Architektur – die ohnehin immer als sensationell galt, dann ist man angesichts des zeitlosen Designs noch immer angetan. Wie konnte jemand so schöne Dinge kreieren? Eine Schönheit erschaffen, die 100 Jahre wie nichts überdauert. Wie war das Zusammenspiel Hoffman- Kolo Moser – Wiener Werkstätte? Wer waren seine Auftraggeber, Freunde, Künstlerfreunde? Wer diesen Fragen auf den Grund gehen will, kann das tun, und zwar im MAK und das jetzt in einer großen Werkschau.

Zur Ausstellung!

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