Die Mona Lisa des 20 Jhdts. für 195 Mio. USD

Das Bild von Andy Warhol ist am Montag, dem 9. Mai, für 195 Mio. Dollar in New York versteigert worden. Das Werk mit dem Titel „Shot Sage Blue Marilyn“ ist damit das teuerste bisher bei einer Auktion verkaufte Kunstwerk des 20. Jahrhunderts.  Die gesamte Presseaussendung >> hier

 

Shot Sage Blue Marilyn (1964) von Andy Warhol kam im Mai für einen Schätzpreis um die 200 Mio. USD auf den Markt. Die Serie der fünf Bilder in unterschiedlichen Farbkombinationen unterscheidet sich von den anderen populären Prints: Die Bilder wurden, als sie an der Wand von Warhols Factory lehnten, von der Aktionskünstlerin Dorothy Podber „geschossen“. Buchstäblich mit einer Waffe. Das war damals gewissermaßen in Mode. Auch Niki de St. Phalle hat Bilder „geschossen“. Das Wortspiel „ein Bild schießen“ oder eben „to shoot a picture“ hat erst mal funktioniert, die Freundschaft zwischen Podber und Warhol soll aber erheblich unter dem Happening gelitten haben, ja es wird sogar berichtet, Warhol wäre entsetzt gewesen und hätte sie nie mehr ins Studio gelassen. Für diese Version spricht, als sich die Aktionskünstlerin keinen nachhaltigen Ruhm sichern konnte und auch nie wieder mit Warhol zusammen arbeitete.

Wie auch immer…

…das machte jedenfalls den Monroe-Print einmalig – obwohl der hellblaue – oder auch salbeiblaue (>>Sage) – Print wie der Orangefarbene (Shot Orange Monroe) unbeschädigt blieb. Oder beinahe, denn über ein mögliche Beschädigung wird gerätselt. Für letztere hat angeblich der amerikanische Hedgefonds-Manager Kenneth C. Griffin schon 1998 mehr als zweihundert Millionen Dollar in einem Privatkauf gezahlt. 240 Mio. USD um genau zu sein. Das kann allerdings aus dem Bereich der Mythen stammen. Vermutlich gehört zu jedem Super-Deal ein Super-Mythos. Die Shot Sage Blue Marylin wird wegen des Preises oft mit „Salvodaor Mundi“ von Leonardi Da Vinci verglichen. Aber auch hier ist die Legendenbildung abenteuerlich.

Der Print aus dem Warhol-Studio war zuletzt in der Thomas und Doris Ammann Foundation, Zürich. Ehemaligen Galeristen, die sich der Kunst ebenso verschrieben haben wie Charity Projekten. Der Erlös soll wohltätigen Zwecken zu Gute kommen, teilte Christie´s in einer Presseaussendung mit.

Die Technik mit der Bild das hergestellt wurde ist zwar ähnlich der Massenproduktion aus Warhol´s Factory, dennoch ist gerade dieser Print selten und in einer speziellen Technik, die sehr aufwändig war und die Warhol später aufgegeben hat. Warhol hat damals noch mit einer Siebdrucktinte und Acryl gearbeitet.

Das Foto, welches Warhol verwendete, ist ein Still aus dem Film „Niagara“. Kaum jemand kennt noch das Original-Foto, der Druck von Warhol zählt jedoch zu den bekanntesten Bildern der Kunstgeschichte und der amerikanischen Popkultur.

 

Acrylic and silkscreen ink on linen 40 x 40 in. / 101.6 x 101.6 cm. Painted in 1964 © Courtesy Christie´s