Den NFT-Winter überleben

Nichts ist momentan so unpopulär wie Krypto-Währungen und NFTs. Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen. Doch halt, bevor man das Kind mit dem Bade ausschüttet: hier noch mal einige Gedanken… Keine Frage, Bitcoin und alle anderen Krypto-Währungen sind Moment nicht gefragt. Während Holz zum Heizen und Pellets Rekordpreise erzielen. Krieg und Energiekrise befeuern den Trend zu allem was unmittelbar Sinn macht.

Fakt ist, BTC hat seit dem Start 2009 von wenigen Dollar einen Sprung gemacht zu fast 70k USD, und liegt immer noch bei knapp 20k. Dennoch drückt das die Stimmung enorm. Was völlig paradox ist, denn gerade jetzt könnte man NFTs günstig erwerben. Noch nie war der ETH-Kurs, die Hauptwährung im NFT-Imperium so günstig. Aber klarerweise weiß auch niemand wie weit der Absturz noch gehen wird.

NFTs sind nicht en vogue. Das Gegenteil ist der Fall. Der Versuch von Belvedere-Chefin Stella Rollig zum Valentistag 2022 eine Art Fund Raising oder NFT-Community aufzubauen und die Klimt-Schnipsel vom „Kuss“ zu verkaufen wird von allen Seiten verlacht. In Krisenzeiten wirkt das Projekt geradezu anachronistisch. Und so geht es allen Museums-Managern weltweit. Und nicht nur denen.

„Amoebia“ by „last even“, Still, 2021 © last even, KrypDaVinci

Christie´s NFT-Chef Noah Davis wechselte zu Yuga-Labs, was an sich die Message ist. Offiziell hieß es, Yuga-Labs habe ihn abgeworben. Das war Ende Juni 2022. Yuga-Lab seinereits, Gründungs-Firma der legendären, gelangweilten Yachtaffen ist in einen veritablen Rechtstreit verwickelt, wo es darum geht, dass das alles andere als lustig ist die Affen zu imitieren. Da geht es um Copyright-Verletzungen und Streitereien in Millionenhöhe. Dass die Bored Apes eines Tages kopiert werden würden, hätte eigentlich klar sein müssen. Das ist mit allen erfolgreichen NFT-Produkten passiert.

Die Crypto-Punks kann jeder minder begabte Photoshop-Anfänger mühelos nachmachen, auch wenn sie dann nicht generativ sind. Fazit: die Stimmung ist im Keller und die Situation ist gedrückt. Gute NFTs sind so billig wie noch nie und keiner will sie haben.

BTC-und ETH-Kurs auf Traumniveau für kaufen, doch keiner will die die Währungen. Dass Bitpanda, Österreichs Vorzeige-Unternehmen (mehr als Mrd. US-Dollar Börsenwert) in einem hektischen Akt hunderte Mitarbeiter entlässt tut das seinige. Weltweit stoppen Händler die Trades ….Was also tun?

Warum das Prinzip „Blockchain“ dennoch bleibt

Das was in diesem Blog schon immer geraten wurden. NFTs sind keine Spekulationsobjekte, man sollte nur kaufen, was man haben will. Wer jetzt andere Sorgen als virtuelle Bildchen im Cyberspace hat, ist damit nicht alleine. Und falls noch jemand Fragen zu den verwirrenden Informationen zu Stromverbrauch, Kohlendioxidausstoß und den Sinn er Blockchain hat gibt es eine Antwort: Die Blockchain wird bleiben.

Dazu ist ist sie viel zu vielseitig. Die Blockchain kann jenseits von Währungen und Kunstkäufen für die perfekte Dokumentation im wissenschaftlichen Bereich, aber auch im juristischen und wirtschaftlichen Bereich genutzt werden. Die Vorteile sind offensichtlich: Die Speicherung ist dezentral, der Ausfall einzelner Rechner irrelevant, jede Transaktion ist transparent und wird von allen Mitgliedern der Kette verifiziert. Es wird eines Tages alles ersetzen, was heute in irgendwelchen Aktenkoffern, Archiven und Bibliotheken verschwindet und die Chain, wird das sicherste Speichermedium für Informationen aller Art sein.

(jg)