Art Market Report: COVID als Booster für Online-Sales

Glaubt man dem aktuellen Art Market Report, herausgeben von der Art Basel und der UBS Group von 2022, dann hat sich in das Volumen der Online-Umsätze von 2019 bis 2021 verdoppelt und sich auf einem Niveau von etwa 20 Prozent etabliert.

Die Hintergründe sind laut dem Bericht vor allem die Lockdowns gewesen, die das Kaufverhalten grundlegend verändert hätten. Das ist einerseits klar, da man auf digitale Kommunikation ausweichen musste.

Das Phänomen der „Phygital Galleries“ ist enstanden – also ein Hybrid aus physischen und digitalen Galerien hat sich durchgesetzt. Das haben viele Galerien aus eigenen Interessen umgesetzt. Jede große Galerie hat mittlerweile einen professionellen Internetauftritt. Aber es eröffnete auch einen neuen Raum für Influencerinnen und Influencer, die schnell erkannt haben, dass selbst kleine Videos auf TikTok oder Instagram für die Follower interessant sind und die Galeristen haben das akzeptiert.

Kunsthändler haben aber generell nicht mehr das große Problem damit, wenn ihre Objekte gefilmt oder fotografiert werden. Im Gegenteil, viele sehen den Vorteil, dass ihre Artikel so schneller bekannt werden. Der Markt war durch die Auflistungen im Internet schon seit Jahren viel transparenter geworden, das Klischee vom geheimnisvollen Deal hat ausgedient.

Neue Bedeutung der privaten Wohnung

Durch Lockdowns hat sich aber auch die Einstellung für das eigene Heim verändert. Entweder fungiert es als Homeoffice oder als Kulisse für eigene kleine Video- und Fotoproduktionen für Influencer und Blogger. Es ist jedenfalls ein zentraler Ort der Selbstinszenierung geworden.

So wird individuelle Einrichtung mit Wiedererkennungwert sinnvoll. Die Unterhaltung über bestimmte Kunst- und Designobjekte, die einen Raum besonders machen, kurbelt gleichzeitig das Geschäft an, auch für eine jüngere Zielgruppe.

Bei der jüngeren Klientel spielt hier auch ökologische Nachhaltigkeit eine Rolle. Viele wollen zum Beispiel keine günstigen Möbel mehr, die nach kurzer Zeit auf der Müllhalde landen.

Ein interessantes Detail in dem Bericht ist jedenfalls auch, dass es keine Anzeichen dafür gibt, dass der NFT-Markt einbricht. Das kann man jetzt glauben oder nicht, aktuell sind die Preise für NFT nach wie vor tatsächlich sehr hoch. Ein solcher Bericht hängt allerdings naturgemäß der Zeit hinterher und geht von den Zahlen 2021 aus, in denen NFT Rekordpreise erzielten.

Die Marktexperten aus dem lesenswerten Report sind sich jedenfalls sicher: COVID hat den Markt grundlegend verändert und zwar für immer.

(jg)