André Heller fälscht Bilderrahmen im Stil von Basquiat

Zuletzt aktualisiert am 9. November 2022. André Heller hat einen Holzrahmen mit Nägeln fabriziert und dieses Objekt als originales Werk von Jean-Michel Basquiat über eine Galerie auf einer Kunstmesse in New York angeboten. Der Falter hatte die Story über die Fälschung ins Rollen gebracht. Der Rahmen wurde zusammen mit einer Zeichnung ausgestellt. Die Echtheit der Zeichnung war nie ein Streitpunkt gewesen. Warum Heller so lange mit der Klarstellung bezüglich des angeblichen Streiches gewartet hat, bleibt nach wie vor offen. Heller schadet mit dieser Aktion einen ohnehin von Fälschungen und Fälschungsvorwürfen schwer geplagten Kunstmarkt. Dieser Blog berichtet laufend darüber. Auch Auktionator Otto Hans Ressler reagierte bereits am Dienstag mit Unverständnis. Erst galt es die Fakten zu finden.

Jean-Michel Basquiat hatte sich immer wieder mit dem Thema Voodoo auseinandergesetzt und angeblich, so die Erzählung Hellers, hätte er Basquiat bei der Fabrikation eines solchen Rahmens zugesehen und selbst einen gezimmert, aus Besenstielen und Nägeln. Laut „Falter“ wäre dieser Rahmen zusammen mit einer Zeichnung um immerhin 6 Mio. USD auf einer Messe angeboten worden. Und nicht nur das, es existieren auch Katalogfotos der Galerie Wienerroither & Kohlbacher – ohne Preisanangabe. Kunstexperte und Kurator Dieter Buchhart wäre getäuscht worden, ein anderer Künstler und Kunsthandwerker, Stephen Torten, ein Basquiat-Kenner und ehemaliger Assitent von Basquiat wurde auf der Messe skeptisch und fragte laut Falter-Bericht nach einem Echtheits-Zertifikat.

Heller hat Anwalt eingschalten

Immerhin ist laut Falter das seltsame Artefakt, welches nicht unbedingt wie ein typisches Werk von Basquiat aussieht, dann doch für 800.000 Euro über den Zwischenhändler Amir Shariat an einen unbekannten Kunden verkauft worden. Mittlerweile hat Heller das Kunstwerk zurückgekauft und stellt es als Streich dar. Im Augenblick sind die Anwälte am Werk. Heller verweist darauf, die Eigenproduktion ohne Echtheitszertifikat verkauft zu haben. Die Journalisten des Falter sehen einer Klage gelassen entgegen. Dass wieder einmal Juristen einen Sachverhalt enträtseln müssen, der eigentlich von Kunstsachverständigen geklärt werden hätte sollen, sorgt für Unbehagen in der Branche.

Erschwerend kommt hinzu dass es für Werke von Basquiat seit 2012 keine zentrale Stelle mehr zur Klärung solcher Fragen gibt. Zuletzt hätte  Baquiats Vater Gérard solche Fragen beantworten können. Mittlerweile muss man sich bei Fragen zur Klärung von Werken die neu auf den Markt kommen auf Oral History und Dokumente jeder Art verlassen, wie Fotos und Rechnungen.

Mit der Fälschung von Werken von Basquiat steht Heller nicht alleine da, aufgrund des hohen Marktwertes von Basquiat-Objekten werden immer wieder Fälschungen sicher gestellt. Ziemlich humorbefreit zeigte sich das FBI im Frühjahr 2022, als in Orlando gleich eine ganze Ausstellung mit 25 mutmaßlichen Basquiat-Fälschungen beschlagnahmt wurde. Die New York Times berichtete.

Staatsanwalt prüft Anfangsverdacht des schweren Betrugs

Am 9. November ist klar, dass sich auch das Landeskriminalamt mit dem Betrugsverdacht beschäftigt. Infolge einer anonymen Anzeige muss nun offiziell ermittelt werden.

 

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